Die Regierungszeit von Kaiser Rudolf II., während der Prag dank seiner Stellung als Residenzstadt zu einer Metropole von europäischem Rang wurde, gehört zu den bedeutendsten Abschnitten in der tschechischen Geschichte. Auf Einladung von Kaiser Rudolf kamen nicht nur viele hervorragende Wissenschaftler der damaligen Zei wie Giordano Bruno, Tycho de Brahe oder Johannes Kepler nach Prag, sondern auch zahlreiche bedeutende Künstler und Bohemiens. Unter ihnen waren aber auch viele Scharlatane und Abenteurer aller Art
Die Novelle von Ivana Pecháčková greift die bekannte Legende von der Erschaffung eines kunstlichen Wesens, des Golems, auf. Die Geschichte von dem begabten, nach Erkenntnis, aber auch nach Macht und Reichtum dúrstenden Studenten Johann, der dem Studium in Heidelberg entflieht, um in Prag den Golem zu suchen, spielt in den letzten Jahren von Rudolfs Regentschaft. Die selbst gewáhlte Isolation des kranken Herrschers auf der Prager Burg hat ďie Zeitgenossen damals gewiss zu Fantásien uber dessen Person, seine kostbaren Sammlungen uňd sein Streben nach Macht, die von seinem Bruder Matthias bedroht wurde, angeregt
Die Geschichte von Johann ist mit anderen Legenden vom Rabbi Lów und seinem geheimnisvollen Homunkulus verquickt und erzáhlt von Prag als einer toleranten Stadt, in der zur Zeit Rudolfs II. Angehórige der unterschiedlichsten europáischen Nationen und Religionen einander nicht nur begegneten und neben-einander lebten, sondern wo auch enge Kontakte zwischen den Angehórigen der christlichen Mehrheit und den Vertretem der jiidischen Minderheit bestanden. Die an das, Faust-Thema angelehnte Novelle erzáhlt von der ewigen Sehnsucht des Menschen nach Erkenntnis, Liebe und Glůck
Die Legendě wurde wirkungsvoll von dem bekannten Kiinstler Petr Nikl illu-striért, dessen ausgefalleňe Interpretation des Golem auf magische Art die geheimnisvollen Konturen dieser uralten Geschichte ergánzt
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